Gedanken zu meiner Hardware

Meine aktuelle Hardware-Ausstattung

Immer wieder werde ich gefragt, mit welcher Hardware ich arbeite. Diese möchte ich euch im Folgenden genauer vorstellen. Da ich hier konkrete Produkte nenne, handelt es sich um Werbung, allerdings bin ich weder dazu aufgefordert worden, noch bekomme ich Geld von irgendjemandem dafür.

Mein Hauptgerät ist ein Microsoft Surface Book 2 mit 13,5″-Display , einem Intel Core i5, 8 GB Arbeitsspeicher und einer 256 GB SSD, sowie einem Microsoft Surface Pen von 2017 (aktuelles Modell). Einen weiteren Windows-Rechner habe ich nicht. Dies ist mein eigentliches Arbeitsgerät, das ich zu Hause zur Unterrichtsvorbereitung und in Schule im Unterricht nutze. Darüber hinaus habe ich zur Zeit noch ein iPad 9,7 der 6. Generation (2018) mit 32 GB Speicher (definitiv zu klein!) und einem Apple Pencil der 1. Generation. Darüber hinaus habe ich zu Hause noch einen 28″-4K-Monitor, den ich an mein Surface Book 2 anschließe, um mehr Übersicht zu haben.

Meine Nutzungsszenarien

Meine gesamte Unterrichtsvorbereitung basiert auf OneNote (siehe Blogpost und Video). Zur Vorbereitung nutze ich die Desktopversion von OneNote, also OneNote 2016, und im Unterricht die OneNote-App, da diese einen sehr gelungenen Vollbildmodus mit Schnellzugriff auf die wichtigsten Tools hat. In unserer Schule haben wir in allen Räumen Beamer, die in den meisten Räumen über VGA und in den neu ausgestatteten Räumen über HDMI angeschlossen werden, so dass ich in allen meinen Klassen und Kursen mein Surface Book 2 als Tafelersatz verwenden kann. Das iPad liegt während des Unterrichts neben meinem Surface Book 2 und zeigt mir in der OneNote-App meine Unterrichtsvorbereitung für die jeweilige Stunde. Zur Einbindung von Schülerlösungen in den Unterricht fotografiere ich mit meinem Suface Book 2 die Lösungen der Schüler aus der OneNote-App heraus und habe dann die Möglichkeit, gemeinsam mit allen anderen die Lösung in OneNote zu kommentieren. Das iPad hat noch eine zweite Aufgabe: Es ist mein digitaler Lehrerkalender.

Das Erfreuliche sowohl am Surface Book 2 als auch am iPad ist, dass die Akkus von beiden Geräten einen ganzen Schultag von der 1. bis zur 9. Stunde bei stets angeschaltetem, aber abgedunkeltem Display durchhalten und ich so auf das lästige Anschließen von Netzteilen verzichten kann. Allerdings ist der Akku des Surface Book 2 nach nun fast zwei Jahren Dauereinsatz etwas schwächer geworden, aber noch schafft es einen ganzen Tag. 🙂

Beide Geräte passen sehr gut zu meinem Workflow, der sich sicherlich im Laufe der Zeit auch an die Fähigkeiten der beiden Geräte angepasst hat. Trotzdem denke ich über Änderungen nach.

Welche Geräte würde ich jetzt kaufen?

Oft werde ich zum Beispiel im Kollegium oder über Social Media gefragt: „Was soll ich mir denn jetzt kaufen?“. Ich kann dann eigentlich keine konkrete Empfehlung geben, weil es eine einzige, beste Lösung für alle gar nicht geben kann. Dafür sind wir alle zu verschieden. Wenn ich mir jetzt etwas Neues kaufen würde, würde ich eine andere Konfiguration wählen, die ich euch kurz vorstellen möchte.

Da unser Schulträger auf iPads setzt, bekommen die neu ausgestatteten Räume auch ein AppleTV, das leider nicht mit Bordmitteln mit einem Surface zusammenarbeitet. Hierfür ist eine Software, wie zum Beispiel Airparrot 2, erforderlich, die im Betrieb eine zusätzliche, mögliche Fehlerquelle mit sich bringt. Bei einem iPad sieht das anders aus. Eine Verbindung zu einem AppleTV ist über AirPlay sehr schnell eingerichtet und funktioniert sehr gut. Also wäre ein iPad für den Einsatz in meiner Schule sehr gut geeignet.

Mein Grund für die damalige Entscheidung für ein Surface Book 2 war die Displaygröße. 13,5″ empfinde ich beim Schreiben als wesentlich angenehmer, da man deutlich mehr Platz hat. Das Surface Pro ist mir persönlich zu klein und die etwas schlabberige Tastatur gefällt mir auch nicht sonderlich. Apple hatte zu dem Zeitpunkt (November 2017) zwar das iPad Pro mit 12,9″ und Apple Pencil im Angebot, aber die OneNote-App war noch längst nicht soweit, dass ich damit im Unterricht hätte gut arbeiten können.

Heute würde ich mir für die Schule ein iPad Pro von 2018 mit 12,9″ und 256 GB Speicher kaufen, da es hervorragend mit dem Apple Pencil der 2. Generation, der endlich eine weitere Taste hat, zusammenarbeitet, was ich von meinem Surface Pen und meinem Surface Book 2 nicht behaupten kann. Ich habe immer wieder, oft täglich, mit Pen Jitter zu tun, was dazuführt, dass die Schrift sehr krakelig wird (siehe unten). Dieses Problem besteht seit dem ersten Tag und Microsoft konnte es bisher nur verbessern, aber nicht beseitigen, was ich sehr schade finde. Auch andere Surface Book 2 und Surface Go haben diese Probleme. Auch häufen sich bei meinen Kollegen, die Surface Pros im Einsatz haben, nach einiger Zeit Probleme mit den Tastaturen und dem Touchdisplay. Mein weiteres iPad, ein Air 2, läuft seit 2014 tadellos und ist auch nicht merklich langsamer geworden. Im Vergleich zu aktuellen iPads ist es natürlich langsamer. Für die Arbeit zu Hause würde ich weiterhin mein Surface Book 2 nutzen, so lange es funktioniert. Die Stiftfunktionalität des Surface Book 2 bräuchte ich dann nicht mehr, da ich alle handschriftlichen Dinge auf dem iPad Pro erledigen könnte, die dank der sehr schnellen Synchronisation von OneNote nahezu zeitgleich auf meinem Surface Book 2 erscheinen. Das Surface Book 2 könnte ich dann irgendwann durch einen einfachen Windows-Desktoprechner oder ein anderes Apple-Gerät ersetzen. Aber das dauert hoffentlich noch etwas. Zusammenfassend sind für mich folgende Punkte entscheidend:

  1. ein großes Display
  2. sehr gute Stiftunterstützung
  3. sehr schnell einsatzbereit
  4. einfache, drahtlose Verbindung zu unseren Beamern über AirPlay
  5. lange Akkulaufzeit für einen ganzen Schultag

Alle diese (rein persönlichen!) Punkte sollte ein iPad Pro erfüllen, mein Surface Book 2 leider nur bedingt. Bisher habe ich ein iPad bzw. ein iPad Pro jedoch nicht als Tafelersatz ausprobiert. Das werde ich aber noch tun und euch darüber berichten.

Was für Entscheidungen bezüglich Hardware habt ihr getroffen? Seit ihr damit zufrieden oder würdet ihr heute etwas anders machen? Über Kommentare freue ich mich! Ich bin gespannt, womit und wie ihr arbeitet.

Pen Jitter

Noch ein kleiner Nachtrag zum Pen Jitter. Auf meinem Surface Book 2 und auf dem Surface Go von meiner Frau, sowie auf zwei Vorführgeräten bei einem großen Elektronikfachmarkt, kann bzw. konnte ich folgendes Verhalten des Stifts reproduzieren (siehe Abbildungen). Um das linke Bild zu erstellen, habe ich auf meinen Surface Book 2 mit dem neigungsempfindlichen Bleistift der OneNote-App langsam diagonale Linien von unten links nach oben rechts bei konstanter (!) Stiftneigung gezeichnet. Die rechte Abbildung zeigt den zufällig auftretenden Pen Jitter beim Schreiben (oben) und einmal das gleiche Wort, wenn der Pen Jitter nicht auftritt. Der Unterschied ist deutlich zu sehen. Die Schrift wird krakelig und ist auf unseren Beamern dann schlecht zu lesen. Zum Glück tritt der Pen Jitter beim Schreiben nicht regelmäßig auf, aber oftmals täglich in einer Stunde am Tag. Die unschönen Diagonalen lassen sich jederzeit reproduzieren. Ich habe sehr oft mit der Hotline von Microsoft telefoniert und Firmwareupdates entgegengefiebert, aber gelöst wurde das Problem nicht, nur verbessert. Auch ein Austauschgerät hatte den gleichen Fehler. Ob das ein prinzipielles Problem der N-Trig-Technik ist, weiß ich nicht. Mein vorheriger Laptop, ein Fujitsu T900, hatte einen Wacom-Digitizer, der um Längen besser war. In meinen Augen sind diese Ergebnisse jedenfalls unwürdig für Geräte dieser Preisklasse. Meine Kollegen mit Surface Pro Modellen scheinen diese Probleme zum Glück nicht zu haben. Beobachtet ihr so ein Verhalten auch?

Pen Jitter beim Zeichnen von Diagonalen mit meinem Surface Book 2
Pen Jitter beim Schreiben auf meinem Surface Book 2

Dieser Beitrag hat 11 Kommentare

  1. Also ich hab mir für die Uni ein gebrauchtes Chromebook mit Touchscreen zugelegt, das hat mich bisher noch nicht enttäuscht. Nur gelegentlich hat die WLAN und Bluetooth Karte einen Wackelkontakt, was doch ziemlich nervig ist… Ich schätze Chromebooks wegen ihre Preis-Leistungsverhältnisses wirklich sehr.

    1. Schön zu lesen, dass du mit deinem Chromebook zufrieden bist. Ich habe bisher noch nicht mit einem Chromebook gearbeitet. Die OneNote-App unter Android ist allerdings die am wenigsten weit entwickelte Variante von OneNote, wenn ich richtig informiert bin. Nutzt du OneNote auf deinem Chromebook?

  2. Sehr interessante Einblicke, vielen Dank dafür! Ich interessiere mich für ein 10″-Gerät und habe deshalb heute im Blödmarkt das iPad 2018 mit dem Surface Go im mehrmaligen Wechsel ausprobiert. Da war mein Eindruck, dass ich das Surface Go gerade im Hinblick auf den Stift klar vorziehen würde. Das Schreibgefühl fand ich dort ein wenig angenehmer (nicht ganz so glatt) und der Stift hat einen Radierer (iPad offenbar nicht, oder hat da am Vorführmodell etwas gefehlt?). Auch kann man ihn magnetisch seitlich am Tablet befestigen, was beim iPad offenbar nicht vorgesehen ist. Interessant fand ich auch, dass das Surface schon vor dem Aufsetzen des Stifts einen kleinen Cursor anzeigt – bin mir aber nicht ganz sicher, wofür das gedacht ist. Und ist es tatsächlich so, dass es auf dem iPad weder im Betriebsystem noch in OneNote eine Handschriftenerkennung gibt? Ich konnte auf dem Demogerät da nichts finden.

    1. Hi Oliver, vielen Dank für deinen ausführlichen Testbericht von heute! Du hast vollkommen recht, der Surface Pen fühlt sich beim Schreiben deutlich angenehmer an als der Apple Pencil, da dieser eine sehr harte Spitze hat, die auch deutlich mehr Geräusche beim Schreiben verursacht. Der fehlende Radierer und der fehlende Magnet beim Apple Pencil der 1. Generation stören mich auch, daher würde ich mir ein iPad Pro kaufen, das den Apple Pencil der 2. Generation unterstützt. Zusätzlich ist der neueste Apple Pencil auch nicht mehr rund, so dass er genau wie der Surface Pen der aktuellen Generation nicht mehr vom Tisch rollen kann. Der kleine Cursor ist bei Windows normal und stört mich nicht, ich vermisse ihn auf dem iPad aber auch nicht. Deinen letzten Punkt, die fehlende Umwandlungsmöglichkeit von Handschrift in gedruckten Text in der iOS-OneNote-App, finde ich auch blöd. Das ist aber eine Frage der Software. Diese Funktionalität wird sicher noch nachgerüstet. Auch fehlt in der iOS-OneNote-App das Lineal, das ich im Mathe- und Physikunterricht gerne verwende. So haben beide Systeme ihre Vor- aber auch Nachteile. Hier muss man schauen, was einem wichtig ist und worauf man verzichten könnte.

  3. Ich spiele mit dem Gedanken mir ein surface 6 pro zuzulegen.
    Momentan arbeite Ich in der Schule mit einem Galaxy Tab S3 und muss sagen das funktioniert ganz gut, aber die OneNote App beispielsweise ist im Gegensatz zur iOS und der normalen Windows Version echt hinten dran. Daher wollte ich mir das surface zulegen, denn die Arbeit am Tab mit OneNote ist echt mühselig.
    Und auf iOS wollte ich eigentlich nicht umsteigen, da ich Android am Handy echt zu schätzen weiß und am PC nur Windows verwende.
    Dachte sogar über das Tab S6 nach, aber nachdem ich die iOS Version von Onenote gesehen habe muss ich sagen, Android wird dahingehend schon echt vernachlässigt.
    Apps wie OneNote, Windows Whiteboard etc gibt’s teilweise gar nicht für Android.

    1. Hallo Simon, vielen Dank für deinen Kommentar. Die Android-Version von OneNote hinkt wirklich der Entwicklung der anderen Plattformen hinterher. Das ist sehr schade. Auch die iOS- bzw. iPadOS-Version hat weniger Funktionen als die Windows-App von OneNote. Um produktiv mit OneNote zu arbeiten, braucht man Windows. iOS alleine würde mir als Poweruser nicht reichen. Ich bräuchte immer noch einen Windows-PC oder eben ein Surface. Im Unterricht würde mir die iPadOS-Version von OneNote aber ausreichen, wobei ich das noch nicht ausführlich getestet habe.

  4. Ich bin zwar kein Lehrer, habe mir aber nach dem Abi 2017 einen Laptop für die Uni gekauft. Damals habe ich bewusst auf einen Touchscreen verzichtet, da ich das immer für Schnickschnack gehalten habe. Außerdem wollte ich gerne einen matten Bildschirm und die Kombination ist recht selten zu finden. Ich bin zwar ganz zufrieden mit dem Laptop, ärgere mich aber sehr, dass ich damals kein Modell mit Touchscreen genommen habe. Ohne Touchscreen ist es mir leider nicht möglich meine Mitschriften in der Uni mit OneNote zu machen, was ich doch etwas vermisse. Aber naja, jetzt schreibe ich halt altmodisch auf Papier mit. Nach dem Studium gibt’s dann vielleicht einen neuen Laptop, dann definitiv mit Touchscreen!

    1. Hi Leon, vielen Dank für deinen Kommentar und deinen Bericht über die Entscheidung für einen Laptop ohne Touchscreen. Sehr schade, dass sich die Touch-Funktionalität nicht nachrüsten lässt. Wie hoch würdest du den Anteil der Studierenden, die ihre Mitschriften digital mit einem Stift anfertigen, einschätzen? Zu meiner Zeit gab ja nur Papier und ich war schon länger nicht mehr in einer Vorlesung.

      1. Das ist, denke ich, von Uni zu Uni, von Studiengang zu Studiengang und auch von Prof zu Prof unterschiedlich. In Aachen, wo ich Informatik studiert habe, haben tatsächlich relativ viele Studenten digitale Notizen mit einem Stift angefertigt. Genauso gab es aber auch viele, die keinen Stift hatten, aber trotzdem auf dem Laptop mitgeschrieben haben. Das mag natürlich zum einen daran liegen, dass Informatik sowieso ein recht technischer Studiengang ist, zum anderen aber auch an der Arbeitsweise der Profs, die wir dort hatten. Viele davon haben vor der Vorlesung die PowerPoint-Folien hochgeladen, auf denen sie dann in der Vorlesung geschrieben haben, dort bietet es sich natürlich perfekt an, mit dem Stift mitzuschreiben.

        Jetzt studiere ich Wirtschaftsinformatik in Lingen an der Hochschule Osnabrück, dort schreiben weniger Leute mit dem Stift mit, es gibt aber trotzdem viele, die OneNote oder Word für ihre Notizen nutzen und dann halt mit der Tastatur mitschreiben. In einem nicht ganz so sehr technik-fokussiertem Studiengang haben vielleicht einfach weniger Studenten ein Gerät, dass einen Stift unterstützt, aber auch die Profs hier arbeiten etwas anders. Bei einem Profs waren Laptops/Tablets in der Vorlesung sogar komplett verboten. Ansonsten wird zwar häufig vorher das Skript zur Verfügung gestellt, aber es ist eher selten der Fall, dass in der Vorlesung auf den PowerPoint-Folien gearbeitet wird.

        Also ich würde sagen insgesamt nutzen vielleicht 10 bis 15 Prozent der Studierenden, zumindest in den technischen Studiengängen, die ich kenne, die Möglichkeit, mit einem Stift auf dem Laptop/Tablet mitzuschreiben. Viele andere machen Ihre Notizen aber trotzdem auf dem Laptop, das habe ich am Anfang auch versucht, aber vor allem in Mathe finde ich es sehr schwierig nur mit der Tastatur mitzukommen. Und da ich gerne alles an einem Ort haben wollte, bin ich dann auch für die anderen Module zurück zum College-Block gewechselt.

  5. Vielen lieben Dank für diesen ausführlichen und interessanten Blog.
    Ist die OneNote-App auf dem iPad Pro denn mittlerweile bereit für den Einsatz im Unterricht?
    Gibt es keine Probleme mit der Arbeit/Workflow zwischen iPad und Surface?
    Herzliche Grüße
    Peter

    1. Viele meiner Kollegen nutzen OneNote auf einem iPad als Tafelersatz und sind sehr zufrieden damit. Ich selber habe es noch nicht ausführlich getestet, da ich immer mein Surface Book 2 nutze. Ich werde es aber testen und davon berichten. Die Synchronisation läuft wirklich super. Sie ist irre schnell und Inkompatibilitäten habe ich noch nicht beobachtet. Das einzig nervige sind die unterschiedlichen Farben der Stifte und die Stiftstärke ändert sich seltsamerweise auch manchmal. Wenn man aber zum Schreiben mit dem Stift immer nur Windows-App oder nur iOS-App nutzt gibt es diese Probleme ja nicht.

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